Osterzeit ist Tanzturnierzeit

Alljährlich um die Osterfeiertage zieht es zahlreiche Turnierpaare aus aller Welt an die Veranstaltungsorte im In- und Ausland zu Großturnieren bei denen Startmeldungen um die 1000 Paare keine Seltenheit sind. Mit dabei waren vom Ostseetanz Greifswald auch sieben Paare, ein Mix aus „alten Hasen“ und Neulingen, die das internationale Flair erstmalig schnuppern wollten.
Im Ostseebad Heiligenhafen jährten sich die Traditionsturniere  „Die Ostsee tanzt“, die den Altersgruppen der Senioren ab 35 Jahren vorbehalten sind, bereits zum 44. Mal. Unser Paar Gerwin und Manuela Meyer tanzten am Karfreitag und konnten sich über einen 10. Platz in der Klasse SEN III C freuen. Den Höhepunkt des Tages bildete das Einladungsturnier „Die Goldene 55“, in dem Turniertanzpaare  der Sonderklasse in der Altersgruppe bis 55 Jahren tanzen und wertvolle Punkte für die Endveranstaltung dieser Reihe gegen Jahresende sammeln können. Den Ostseetanz vertraten Andreas und Karin Wieck mit einem respektablen 19. Platz von 54 gestarteten Paaren.

Gerwin und Manuela Meyer Foto Verein
Andreas und Karin Wieck Foto Verein

In Berlin drehte sich von Freitag bis Montag auch schon zum 46. Mal das „Tanzkarussell um das Blaue Band der Spree“, das vornehmlich den jüngeren Tanzpaaren vorbehalten ist. Auf drei Tanzflächen wurden vom 30.03. – 02.04.2018  60 Turniere im Standard und Latein getanzt. Zum ersten Mal wurde ein Turnier der World Open Standard veranstaltet. 88 Paare aus 13 Nationen sind dem Aufruf gefolgt, dieses Turnier zu bestreiten. Neben internationalen Spitzenpaaren der Weltrangliste, waren mehrere  deutsche Paare am Start, so auch unser Paar Alex Hinrich / Sarah Wingenfelder,  das sich einen 63. Platz sichern konnte.
Christian Werner / Stefanie Jandt, erstmalig auf einem Turnier, noch mit einem Breitensportpass versehen, zu ihren Eindrücken. „Wir sind überwältigt von der tollen Atmosphäre und glücklich, in beiden getanzten Turnieren einige Paare hinter uns gelassen zu haben. Neben wertvollen Erfahrungen sind das die ersten gesammelten Punkte“. Etwas abgeklärter, da in diesem Jahr schon mehrere Turniere getanzt, Oliver Ulrich / Melanie Mühlbauer, die im Standardbereich ihrer Altersgruppe jeweils einen 25. Und 14. Platz errangen. Damit aber nicht genug. „Wir wollen auch testen, wo wir mit unserer Leistung im Lateintanz liegen“ , so Ulrich. Da lag es auch nahe, dass die gesamten Osterfeiertage dem Geschehen im Sport Centrum Siemensstadt gewidmet waren. Und es hat sich trotz wenig Schlaf und geschundener Füße gelohnt, kommen sie doch mit der Maximalzahl erreichter Aufstiegspunkte für ihre Leistungsklassen im Standard und Latein wieder nachhause.

Alex Hinrich / Sarah Wingenfelder Foto © Rene´Bolcz
Oliver Ulrich / Melanie Mühlbauer Foto © Rene´Bolcz

„Alte Hasen“ sind auch unsere mitgereisten Jüngsten, Ole Justus Roth / Sophie Gerth, die in der zweithöchsten Leistungsklasse ihrer Altersgruppe, der Hauptgruppe A, gleich an zwei Tagen an den Start gingen. Und es war die richtige Entscheidung. Mit einem 17. Platz von 56 Paaren und einem  16. Platz von 50 Paaren machten sie mit dieser Kontinuität auf sich aufmerksam.
Auch Uwe Birth und Christina Radtke, die neben ihren eigenen Turnieren auch immer als Fans der anderen Paare anfeuernd wirken, können zufrieden mit Ihrer Darbietung sein und für den Trainer sind die gemachten Videomitschnitte wichtiges „Beweismaterial“ zur weiteren Trainingsarbeit

Ole Justus Roth / Sophie Gerth Foto © Rene´Bolcz

Dass Tänzer auch Abenteurer sind, demonstrierten Hinrich / Wingenfelder auf eindrucksvolle Weise. Nach nur drei Stunden Schlaf im Auto ging es von Tegel mit dem Flieger nach Barcelona und von dort weiter per Bahn und Bus nach Cambrils am Mittelmeer, dem Austragungsort eines weiteren World Open Turnieres.
Das aber auch nicht ohne Hindernisse, denn Sandstürme ließen Busverbindungen ausfallen. Eine Horrorvorstellung für Tanzpaare, zu angesetzten Startzeiten nicht rechtzeitig erscheinen zu können. Es zeigte sich aber, dass Tanzsportler auch Retter in der Not sein können. Das portugiesische Nationalteam der Tanzjugend sammelte unser Paar auf und nahm es pünktlich und glücklich zur Austragungsstätte, dem Institut Municipal de Esports de Cambrils mit. Geschafft: nun hieß es, Konzentration auf  das Turniergeschehen und alles andere ausblenden. Letztlich wurden die Mühen der vergangenen Stunden mit einem respektablen 54. Platz bei 64 gestarteten Paaren belohnt. Fazit der beiden nach dem Wettbewerb: „Wir würden es immer wieder so machen, denn neben dem Sammeln von Weltranglistenpunkten sind es die Erfahrungen, die uns weiter bringen“.

Günter Göhrl